Reinigungskräfte aus Osteuropa stützen Gebäudedienstleister

 

Altenstadt/Iller, 18.02.2020. Gute Reinigungskräfte zu bekommen, ist schon seit längerem schwierig. Doch seit zwei Jahren konnte Jusuf Radoncic in seinem Gebäudereinigungsunternehmen ausschließlich Mitarbeiter mit EU-Pass für Reinigungstätigkeiten einstellen. „Nicht, weil ich das so möchte“, sagt der Leiter des F Familienunternehmens. „Sondern weil ich keine anderen mehr finde.“

ReinigungskraftEs sind vor allem Männer und Frauen aus Rumänien und Ungarn, die einen Neustart bei der JURA Gebäudereinigung suchen. Manche möchten für immer in der Bundesrepublik bleiben, andere sammeln Arbeitserfahrung, um irgendwann wieder zurück in die Heimat gehen. Bundesweit hat fast jede zweite Reinigungskraft keinen deutschen Pass, wie Focus online am 4. Februar 2020 meldete. Damit erzielt die Gebäudereiniger-Branche einen Spitzenplatz. Der Garten- und Landschaftsbau beschäftigt aktuell mehr als 30 Prozent ausländische Arbeitskräfte, im Hotel- und Gastronomiegewerbe liegt der Anteil bei gut 25 Prozent.

Radoncic bedauert, dass viele Arbeitskräfte das Potenzial der Gebäudedienstleistungen kaum erkennen: „Keine andere Branche bietet so gute Aufstiegschancen und verantwortliches Arbeiten innerhalb so kurzer Zeit.“ Er hat zum Glück einen stabilen Stamm aus langjährigen Mitarbeitern, die sämtliche Bereiche der Gebäudedienstleistung abdecken. Für einen Kunden, der sich im Laufe der letzten zwei Jahre zum Großkunden entwickelte, sucht er als Meisterbetrieb gerade bayernweit weitere Objektleiter und Reinigungskräfte.

Die JURA Gebäudereinigung ist Mitglied im Innungsverband der Gebäudedienstleister. Das Unternehmen bietet sämtliche tariflichen Sozialleistungen, eine betriebliche Altersvorsorge ist in der Vorbereitungsphase. Als Gebäudedienstleister konzentriert sich Radoncic auf gewerbliche Kunden und macht damit 98 Prozent seines Umsatzes. In keinem anderen Handwerk habe die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zwischen 2009 und 2015 so stark zugenommen wie bei den Gebäudereinigern, berichtete das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vor Kurzem.