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JURA Gebäudereinigung: Aktuelles

2,62 Prozent mehr Lohn für Gebäudereiniger ab 1. Januar

09.12.2015

Altenstadt (Iller). Gebäudereiniger zahlen ihren gewerblich beschäftigten Mitarbeitern ab Januar 2016 2,62 Prozent mehr Lohn. Darauf haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaft Mitte November geeinigt. Ab Januar 2017 erhöht sich das Gehalt nochmals um 2,04 Prozent. Es übersteigt damit erstmals die 10-Euro-Grenze in der niedrigsten Lohngruppe 1 des Gebäudereiniger-Handwerks. Im Osten steigen die Gehälter 2016 um 2,4 und 2017 um 4,0 Prozent.

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Neu ist, dass der zwischen dem Bundesinnungsverband für Gebäudereiniger (BIV) und der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) beschlossene Rahmentarifvertrag für allgemeingültig erklärt wurde. Damit gilt er für alle Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die im Gebäudereiniger-Handwerk tätig sind. Und nicht nur zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, die Innungsmitglied beziehungsweise Gewerkschaftsmitglied sind. Ebenso gilt er für geringfügig Beschäftigte sowie Auszubildende. [Den Rahmentarifvertrag können Sie hier downloaden.]

„Mit dem jetzt erzielten Kompromiss sind wir exakt an die Grenze der Belastbarkeit für unsere Unternehmen gegangen“, sagte BIV-Verhandlungsführer Thomas Conrady. „Unser Ziel war es, sowohl eine tarifvertragslose Zeit als auch einen Streik zu vermeiden.“ Verhandlungsführerin Ulrike Laux von der IG BAU erklärte: „Endlich ist die Marke von 10 Euro Stundenlohn geknackt. Dieses Ziel hatten wir lange verfolgt.“

Turbo-Putzen wird zum Thema

Beide Parteien einigten sich zudem, Maßnahmen gegen das so genannte Turbo-Putzen zu ergreifen. Immer mehr Beschäftigte im Gebäudereiniger-Handwerk beklagen sich, dass sie in weniger Zeit mehr Fläche reinigen müssen.

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Jusuf Radoncic, Geschäftsleitung und Inhaber der JURA Gebäudereinigung

Zum Thema Turbo-Putzen hat Jusuf Radoncic, Inhaber der JURA Gebäudereinigung, seine persönliche Meinung, gebildet aus jahrelanger Praxiserfahrung. Für zunehmendes Turbo-Putzen seien Gebäudereiniger und deren Kunden gemeinsam verantwortlich: „Es handelt sich immer um eine Vereinbarung zwischen dem Gebäudereiniger UND seinem Kunden.“ Sei dem Kunden das nach geltenden Regeln erstellte Reinigungsangebot zu teuer, griffen manche Gebäudereiniger auf ein Putzen nach Quadratmetern zurück, um den Kunden halten zu können. Radoncic appelliert für ein verantwortungsvolleres Miteinander auf beiden Seiten. „Doch letztendlich bestimmt der Kunde die Qualität der Arbeit.“

Das neue Tarifabkommen gilt für zwei Jahre. Ab 2017 erhalten die Beschäftigten in Lohngruppe 1 im Gebäudereiniger-Handwerk dann 10 Euro Stundenlohn. Damit liegen sie um 1,50 Euro über dem gesetzlichen Mindestlohn. Rund 75 Prozent der 600.000 gewerblich beschäftigten Reinigungskräfte in Deutschland arbeiten in dieser Lohngruppe.

Quellen: www.gebaeudereiniger.de; www.igbau.de