Gebäudereiniger erhalten mehr Lohn seit 1. Januar 2017

Seit Jahresbeginn gilt in der Gebäudereinigung die zweite Stufe des Lohntarifvertrags vom Oktober 2015. Die Gehälter stiegen um 2,04 Prozent. In der niedrigsten Lohngruppe 1 des Gebäudereiniger-Handwerks ist damit die magische 10-Euro-Grenze erreicht, zumindest in den Tarifregion West. In der höchsten Lohngruppe 6 beträgt der Stundenlohn seit Januar 16,91 Euro. In den östlichen Bundesländern liegen die Löhne im Vergleich dazu bei 9,05 Euro und 14,71 Euro.

Auch die tariflichen Ausbildungsvergütungen haben sich erhöht. Sie sind für das erste Ausbildungsjahr um 20 Euro auf 670 Euro gestiegen, im zweiten um 25 Euro auf 815 Euro und im dritten ebenfalls um 25 Euro auf 950 Euro. Im Osten liegen sie bei 605 Euro, 735 Euro und 855 Euro.

Löhne für Gebäudereiniger ab 1.1.2017. Quelle: IG Bau
Löhne im Gebäudereinigerhandwerk ab 1.1.2017. Quelle: IG Bau

Jedes Unternehmen, das gewerblich Reinigungsdienstleistungen anbietet, ist verpflichtet, die im allgemeingültigen Rahmentarifvertrag festgelegten Mindestlöhne in Deutschland zu bezahlen. Dabei ist unerheblich, ob das Unternehmen Mitglied im Tarifträgerverband ist oder nicht. Auch ist unerheblich, ob das Unternehmen seinen Sitz im In- oder Ausland hat. Entscheidend ist der Ort der Leistungserbringung. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zoll überprüft die Einhaltung des Tarifvertrags. Verstöße können mit hohen Bußgeldern belegt werden.

Schluss mit Turbo-Putzen in ganz Bayern

Wie die Augsburger Allgemeine Zeitung bereits Mitte Dezember meldete, soll in Bayern bald Schluss mit dem sogenannten Turbo-Putzen sein. Immer mehr Reinigungskräfte hatten darüber geklagt, dass sie in immer kürzerer Zeit immer größere Flächen zu reinigen hätten. Die IG Bau will das laut einer Pressemitteilung unterbinden. In Bayern könnten rund 145.000 Reinigungskräfte von verbesserten Standards in deren Arbeits- und Gesundheitsschutz profitieren.

Jusuf Radoncic, Geschäftsführer der JURA Gebäudereinigung
Jusuf Radoncic, Geschäftsführer und Inhaber der JURA Gebäudereinigung

„Für zunehmendes Turbo-Putzen sind Gebäudereiniger und deren Kunden gemeinsam verantwortlich“, ist dazu die Meinung von Jusuf Radoncic, Geschäftsführer der JURA Gebäudereinigung. „Ist dem Kunden das nach geltenden Regeln erstellte Reinigungsangebot zu teuer, greifen manche Gebäudereiniger auf ein Putzen nach Quadratmetern zurück, um den Kunden zu halten.“ Das lehnt Radoncic ab. Er appelliert für ein verantwortungsvolleres Miteinander auf beiden Seiten.

Quellen: www.gebaeudereiniger.de; www.igbau.de, Augsburger Allgemeine Zeitung